Der ungeplante Mehrwert von Social Media – Klappe die 2.

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Gerade erst hatte ich berichtet, wie das Museum für Archäologie in Hamburg mehr oder weniger zufällig und durch Facebook zu ungeplantem Mehrwert gekommen ist, fällt mir noch so ein Beispiel für die wunderbare Kreativität der Internetcommunity in die Hände. Wieder rein zufällig, entstand aus einer Unterhaltung im WWW heraus etwas Neues.

C02 neutral bloggen

Vor einem halben Jahr habe ich mir auf meinem anderen Blog Gedanken gemacht, wie man den Energieverbrauch, der durch das Bloggen selbst sowie die notwendigen Server- und Hosts entsteht, wieder ausgleichen kann. Nach einer längeren kontroversen Debatte meiner nachhaltigen Blogger-Community, entschieden meine Co-Autorin und ich uns dafür, über die Plattform „I plant a tree“ für unseren Blog ein Bäumchen auf einer ehemaligen Mülldeponie zwischen Merseburg und Leipzig zu finanzieren. So weit so gut. Einige andere Blogger haben es uns gleich getan und sogar noch ihre Firmen ins Boot geholt, ihre Websites ebenfalls CO2-neutral zu machen. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Ein halbes Jahr später: Der ungeplante Mehrwert

Nach einem halben Jahr griff Micha vom Blog Vollkornkartoffeln, ein Programmierer mit Sinn für Nachhaltigkeit, das Thema wieder auf. Er hatte inzwischen nicht nur für seinen Blog, sondern auch für seine Firma und seine Partei mit Hilfe von I plant a tree ein kleines Wäldchen anpflanzen lassen. Allerdings störte ihn, dass sich das Javascript-Widget von I plant a tree, das man auf seiner Website einbinden kann, praktisch ständig aktualisiert und somit unnötig Energie verbraucht. Weil das gar nicht im Sinne der nachhaltigen Idee stand, programmierte er einfach ein kostenloses WordPress-Plugin für I plant a tree, bei dem man selbst wählen kann, ob die Daten aller 4, 12 oder 24 Stunden abgeglichen werden sollen. Auch I plant a tree hat das neue Plugin dankend angenommen. Das habe ich jetzt auch auf diesem Blog installiert und es funktioniert prima.

Ist das jetzt „dunkle Materie“?

So schließt sich der Kreis und wieder einmal bin ich begeistert, was die Internet-Community aus freien Stücken ungefragt und ehrenamtlich an Know-How und Information, Wissen und kreativer Energie beisteuert. Natürlich fällt mir da gleich Peter Soemers wunderbarer Vortrag „Das gehört euch“ ein, wo er auch auf die Theorie des Dark Matter, der dunklen Materie des WWW, verweist.

„The dark matter of the internet is open, social, peer-to-peer, read/write… And without it, we’re only using a small part of what the Internet can do to help us accomplish our missions“ – Ein Zitat aus dem Vortrag, der komplett per SlideShare nachgelesen werden kann. Die Idee der dunklen Materie des WWW stammt von Michael Peter Edson. Ich bin gespannt, wo sie mir noch überall begegnen wird.


Kommentare

Der ungeplante Mehrwert von Social Media – Klappe die 2. — 6 Kommentare

  1. Pingback: Update Europeana - was und wem nutzt sie? #CultJam15

  2. Hallo Liebe Marlene,

    schön, mal wieder an *unsere* Präsentation erinnert zu werden. 🙂 Ist doch toll, was alles möglich ist und einfach ungefragt gemacht wird.
    Eben, fragen darf man auch, wie Dein Blogpost über Followerpower zeigt. Beides sind Beispiele von ‚Dunkler Materie‘ – Energie ausserhalb althergebrachter, gefestigter Strukturen. Die Welt ist grösser.
    Übrigens vermute ich, dass die Dunkle-Materie-Bildsprache für Clay Shirky’s ‚Cognitive Surplus‘- Begriff von Michael Peter Edson herrührt. Ich werde ihn fragen. Kurzes video: https://youtu.be/fyQdZlV8xY0

    Liebe Grüsse!
    Peter

    • Lieber Peter,
      danke für den ergänzenden Link, das bereichert den Artikel und man kann sich weiter vertiefen. Ich finde es wichtig, deutlich zu machen, dass Internetuser nicht unbedingt passive Leser / Konsumenten sind, sondern aktiv gestalten wollen und dies auch ohne zu fragen tun. Da dies einen unschätzbaren Mehrwert darstellt, sollte man als Museum / Institution / Firma sich dem nicht in den Weg stellen oder es ignorieren, sondern aktiv fördern, nutzen und begrüßen.

      – Aber das muss ich dir ja nicht erzählen! 🙂

      Viele Grüße,
      Marlene

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