Museen & soziale Medien: Kuratoren über den Einsatz sozialer Medien am #AskACurator Tag 2013 auf Twitter

AskingACurator

Am 18. September 2013 war #AskACurator Tag auf Twitter – mehr als 600 internationale Museen nahmen teil.

Im Laufe des Tages unterhielt ich mich per Twitter-Kurznachrichten mit folgenden 14 Museen: Dem Kunstmuseum The Hyde collection in Glen Falls, NY (@HydeCollection), den Museum Galleries Scotland in Edinburgh (@MuseumsGalScot), dem schottischen Kunstmuseum The McManus in Dundee (@McManusDundee), dem britischen Kunstmuseum Derby Museums (@derbymuseums), dem virtuellen Museum Carnamah Museum in Westaustralien (@carnamah), dem dänischen medizingeschichtlichen Museum Medical Museion in Kopenhagen (@medicalmuseion), dem dänischen Kunstmuseum Skagens Museum in Skagen (@SkagensMuseum), dem norwegischen Kunstmuseum Sørlandets Kunstmuseum (SKMU) in Kristiansand (@SKMU_art), dem schwedischen Nobel Museum in Stockholm (@NobelMuseum), dem schwedischen kulturgeschichtlichen Museum Alingsås Museum (@Alingsasmuseum, das erst 2014 eröffnet), dem thüringischen Schloss Friedenstein in Gotha (@Friedenstein), der deutschen computergeschichtlichen Sammlung ISER an der Universität Erlangen (@ISER_Erlangen), dem deutschen Kunstmuseum Körnigreich (@koernigreich) und dem Osthaus Museum in Hagen (@OsthausMuseum). Darüber hinaus nahmen Aron Ambrosiani (@AronAmbrosiani), Kurator beim Nobel Museum in Stockholm, und @UrskaGrup an den Diskussionen teil.

Ich wollte vor allem wissen, wie die verschiedenen Museen soziale Medien nutzen, welche sozialen Netzwerke sie bevorzugen und wie viele Leute die verschiedenen Accounts der Museen betreuen. Die Antworten waren wirklich spannend!

Warum sind Museen in sozialen Netzwerken aktiv?

Natürlich stellte ich diese Frage ausschließlich Museen, die bereits einen Twitter-Account haben und noch dazu am Twitter-Event #AskACurator teilnahmen, also Museen, die bereits ein großes Social Media-Engagement bewiesen. Ich erhielt Antworten wie „Weil wir glauben, dass soziale Medien wichtig sind“* (SKMU Art Museum) und „Verschiedenes Ausprobieren ist wichtig“* (Medical Museion). Was andere Museen (noch) vom Engagement in sozialen Netzwerken abhält, erfährt man auf diese Weise natürlich nicht.

Aber welche sozialen Netzwerke nutzen Museen, welche bevorzugen sie?

Während einige Museen gerade ihre ersten Schritte in der Welt der sozialen Medien machten („Wir sind jetzt seit 15 Tagen dabei ;-)“* – Osthaus Museum Hagen), konzentrieren sich andere auf einige wenige Netzwerke wie Twitter und Pinterest (Museum Galleries Scotland). Die meisten der befragten Museen waren allerdings äußerst aktiv in sehr vielen Netzwerken. – Genannt wurden fast alle international relevanten sozialen Netzwerke: Twitter, Facebook, Google+, Instagram, Pinterest, Flickr, YouTube, Vine, Yelp, Foursquare, LinkedIn, Blogger, Tumblr und „ein paar andere, weniger aktive…“* (Medical Museion).

Die Diskussionen verzweigten sich, die Museen diskutierten untereinander weiter über soziale Medien und Skagens Museum und Medical Museion beschlossen, öfter an „hangouts“ teilzunehmen (einer Art Gruppenchat in sozialen Medien, besonders in Google+).

Wie das SKMU Art Museum betonte, hat jedes Netzwerk eine „eigene Agenda und Publikum“* und das sollte in die zentrale soziale Medien-Strategie des Museums einbezogen werden. The Hyde Collection fand, dass Facebook und Twitter die besten Kanäle für reine Information sind, während Tumblr und Instagram weniger informell seien. Osthaus Museum Hagen schrieb: „Erster Befund: Facebook funktioniert gut, um Künstler miteinander in Kontakt zu bringen“*. Während wir über Twitter kommunizierten, gestand Skagens Museum, dass die Handhabe von Twitter für ein Museum auch schwierig sein kann: „Twitter ist schwer, zumindest für uns. Ein besserer Weg, Interaktion herzustellen scheinen Facebook und Instagram zu sein, die Leute lieben es, hinter die Kulissen zu schauen “ – ein Zitat, das ich sehr mag, auch wenn ich Twitter für ein wertvolles Tool für Museen halte, beispielsweise – wie am #AskACurator Tag geschehen-, um sich fachlich zu informieren und mit anderen Museumsenthusiasten ins Gespräch zu kommen. Offenbar braucht es für Twitter ein hohes (auch zeitliches) Engagement, um mit anderen in Kontakt zu kommen.

Funktionieren Instagram und Pinterest für Museen?

Im Gespräch mit den Museen, legte ich einen Schwerpunkt auf die beiden Foto/Video-Plattformen Instagram und Pinterest, die vielen europäischen Museen offenbar noch unbekannt sind.

Nobel Museum erklärte wie sie im Museum die Smartphone-basierte Foto-App Instagram nutzen: „Wir folgen dem Hashtag , um die Fotos von Besuchern zu finden. Wir planen diese irgendwann auszustellen.“* – Manche Museen organisieren also sogar kleine Ausstellungen oder erhalten neue Inhalte für ihre Webseiten durch soziale Medien! Auch die Hyde Collection schlussfolgerte: „Instagram ist definitiv eine großartige Plattform, um die Sammlung zu präsentieren und mit Veranstaltungen und Mitarbeitern Aktivitäten hinter den Kulissen zu zeigen“*.

Urška Purg brachte sich spontan in die Diskussion ein und betonte, man solle „Pinterest als ein für Museen sinnvolles Tool in  nicht vergessen“*, und schickte mir einige gute Beispiele für interessante Pinterest-Pinnwände von Museen. Das deutsche Kunstmuseum Körnigreich hat bereits gute Erfahrungen mit Pinterest gemacht: „ ist so eine praktische Plattform, um Bilder zu teilen und unseren Followers „digitale Ausstellungen“ zu zeigen“*.

Zum Schluss: Wer betreut alle diese Social Media accounts?

Einige der gängigsten Gründe, die ich bisher von Museen gehört habe, die sich NICHT in sozialen Medien engagieren, ist, dass es kompliziert sei, viel Zeit raubt und sie kein Geld für gesondertes Personal hätten, das seine Zeit im Internet verbringt.

Die meisten der 14 Museen, die ich gefragt habe, hatten nur eine Person, die alle Profile des Museums in sozialen Medien betreute, manchmal sogar der Museumsdirektor / die Direktorin selbst. Museum Galleries Scotland brachte es auf den Punkt: „Jedes Museum, das mehr als einen Mitarbeiter für soziale Medien hat, ist sehr privilegiert!“*. Die anderen stimmten zu, sagten aber: „Absolut 🙂 Aber es ist dennoch wichtig, dass soziale Medien für alle Mitarbeiter eine Rolle spielen“ (Skagens Museum). Von den von mir befragten Museen, hatte nur SMUK Art Museum gleich mehrere Angestellte, die sich (unter anderem) mit sozialen Medien beschäftigten („2 für Facebook & Twitter, KH+MG, 4 andere sollen einen Blog über Forschung und Museumspädagogik schreiben“), Schloss Freidenstein hat mehrere Angestellte, die sich um die verschiedenen Facebook-Seiten kümmern und Medical Museion hat eine ganze Reihe Mitarbeiter, die auf den Twitter-Account des Museums zugreifen – es gibt sogar eine Twitter-Liste, die transparent zeigt, wer alles Tweets sendet.

Alles in allem, habe ich durch die Gespräche mit den Museen viel Neues gelernt über die unterschiedlichen Ansätze der Museen, soziale Medien zu nutzen. Es war fantastisch, so schnell so kompetente Antworten zu bekommen. Herzlichen Dank noch einmal an alle beteiligten Museen!

* Die meisten Originalantworten erhielt ich auf Englisch – sie sind hier frei übersetzt.

Storify: Hier gibt es eine detaillierte Storify-Geschichte mit allen einzelnen Antworten.


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