Wissensvermittlung auf Instagram: Gute Beispiele aus der Weihnachtszeit

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Eine der Kernaufgaben eines Museums ist das Vermitteln von Wissen – an eine möglichst breite Öffentlichkeit. Traditionell geschieht das selbstverständlich in einem Museumsgebäude mit Hilfe von Ausstellungen, die originale historische Gegenstände und Kunstwerke zeigen. Ich finde aber, dass Museen ihrer Vermittlungsaufgabe auch außerhalb des Museums nachkommen können und sollten. Die meisten Häuser tun dies bereits, indem sie Kataloge, Bücher und andere Publikationen veröffentlichen. Darüber hinaus ist das Internet geradezu perfekt, um Geschichte und Kunst zu vermitteln – auf der Website, dem Museumsblog oder in sozialen Netzwerken.

Vermittlung, passend zu jedem sozialen Netzwerk

Die meisten Museen haben bereits Erfahrungen mit Internet und sozialen Medien gemacht. Jedes soziale Netzwerk erfordert jedoch eine andere Erzählweise, um Online-Leser zu erreichen. Jedes Netzwerk braucht etwas andere Vermittlungsstrategien, damit eine Erzählung aus der Geschichte Aufmerksamkeit weckt.

In der Weihnachtszeit habe ich Instagram-Posts von Museen gesammelt, die ihren Followers und Fans nicht nur „Frohe Weihnachten“ wünschen, sondern auf kreative Art und Weise weitere Informationen vermitteln. Ich möchte diese hier als subjektiv gewählte Beispiele festhalten, die vielleicht auch andere Museen inspirieren können:

Brücken bauen von aktuellen Ereignissen zur musealen Sammlung

Für einige Museen war es einleuchtend Weihnachten zu thematisieren, weil das Fest und die damit verknüpften kulturellen Bräuche mit in Ausstellung und Sammlung eingehen.

Das American History Museum, postete zum Beispiel ein Bild von Rudolf the red-nosed reindeer und erzählte dessen Entstehungsgeschichte.

Das Freilichtmuseum Den Gamle By aus dem dänischen Aarhus veröffentlichte ein hübsches Bild von einem vergoldeten Apfel an einem Weihnachtsbaum und beschrieb die dazugehörigen alten Weihnachtsbräuche und deren Ursprünge:

Das Stadtmuseum Stockholm fand ein Archivbild, das den Schriftsteller Gustav Janson beim Weihnachtsbaumschmücken zeigt.

Ein aktueller Anlass wird zum Ausgangspunkt für Verweise auf Ausstellung und Sammlung

Die Sammlung des dänischen Kunstmuseums Louisiana hat an sich nichts mit Weihnachten zu tun. Aber das Museum fand ein Kunstwerk, das so ähnlich wie Schnee aussieht und verwies auf ein Video mit der amerikanischen Künstlerin Tara Donovan:

Das Gefängnismuseum Horsens (ebenfalls in Dänemark und ebenfalls nicht auf das Thema Weihnachten spezialisiert) postete das Bild eines Exgefangenen, der eine Zelle weihnachtlich schmückt und nahm das als Ausgangspunkt, um über Weihnachten hinter Gittern zu schreiben.

Selbst, wenn die Sammlung des Museums rein gar nichts mit Weihnachten zu tun hat, kann es das Fest doch als Ausgangspunkt nehmen, um ein bisschen Wissen zu vermitteln – wie zum Beispiel das Kopenhagener Thorvaldsens Museum, das auf ein Detail in einem Deckengemälde verwies, das die drei heiligen Könige mit dem Jesuskind zeigt.

Das Museum Sydøstdanmark dagegen pflegte gleich einen Instagram-Adventskalender, der die wichtigsten musealen Ereignisse des Jahres noch einmal Revue passieren ließ. Das jeweilige Bild hatte dann nichts mehr mit dem Weihnachtsfest zu tun, wie hier der archäologische Fund der Burg von Harald Blauzahn.

Es wird deutlich, dass es viele unterschiedliche Arten gibt, Instagram-Nutzern Kulturgeschichte und Kunst näher zu bringen. Es erfordert aber ein wenig Fantasie und neue Ideen, um gesehen zu werden.

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Die oben genannten Beispiele stammten von folgenden Museen:

American History Museum
Den Gamle By
Stadsmuseet Stockholm
Kunstmuseet Louisiana
Fængselsmuseet Horsens
Thorvaldsens Museum
Museum Sydøstdanmark


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