Kunst fürs Volk #1: Die digitale Sammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen

August Strindberg (1849-1912), Uvejr i Skærgården. "Den flyvende hollænder", Dalarö, 1892. 62x98 cm. kms3432

August Strindberg (1849-1912), Uvejr i Skærgården. „Den flyvende hollænder“, Dalarö, 1892. 62×98 cm. kms3432

Immer mehr Museen digitalisieren ihre Sammlungen und machen sie online – ganz oder teilweise – zugänglich, bieten Bilder zum Download an, mit oder ohne Restriktionen. Nicht alle sind frei verwendbar, manche sind nur zum Anschauen in hoher Auflösung, andere dürfen unter Nennung des Museums geteilt werden. Ich möchte eine kleine Blogserie starten, in der ich verschiedene Sammlungen vorstelle. Ich fange an mit einer meiner Lieblingssammlungen: Der des dänischen Statens Museum for Kunst (kurz: SMK).

Das staatliche Kunstmuseum in Kopenhagen stellt bereits rund 25.000 Kunstwerke in hoher Auflösung zum Download zur Verfügung. Viele davon sind mit CC-Lizenzen versehen. Dazu steht der Satz: „De tilhører offentligheden – og dermed dig.”, was so viel heißt wie: Sie gehören der Öffentlichkeit und damit dir. Die oben gezeigte dramatische Malerei stammt vom schwedischen Autor August Strindberg (1849-1912), der die Kunst als Ventil in Schaffenskrisen nutzte.

Bodil Manz, Brevvæg 1671 & Opslagstavle 2015

Bodil Manz, Brevvæg 1671 & Opslagstavle 2015

Das Museum als Verwalter des Kulturerbes

Was ist OpenGLAM? Der Begriff taucht immer mal wieder auf in Zusammenhang mit digitalen Sammlungen. Er kommt vom englischen open = offen und GLAM = Galleries Libraries Archives Museums. Er wurde geprägt von der gleichnamigen Initiative, die freien Zugang zum digitalen Kulturerbe der Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen fordert – und den Kulturinstitutionen auch dabei behilflich ist. http://openglam.org/Was ist OpenGLAM? Der Begriff taucht immer mal wieder auf in Zusammenhang mit digitalen Sammlungen. Er kommt vom englischen open = offen und GLAM = Galleries Libraries Archives Museums. Er wurde geprägt von der gleichnamigen Initiative, die freien Zugang zum digitalen Kulturerbe der Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen fordert – und den Kulturinstitutionen auch dabei behilflich ist. http://openglam.org/

Was ist OpenGLAM?
Der Begriff taucht immer mal wieder auf in Zusammenhang mit digitalen Sammlungen. Er kommt vom englischen open = offen und GLAM = Galleries Libraries Archives Museums. Er wurde geprägt von der gleichnamigen Initiative, die freien Zugang zum digitalen Kulturerbe der Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen fordert – und den Kulturinstitutionen auch dabei behilflich ist. http://openglam.org/

Das SMK sieht sich selbst nur als Verwalter des kulturellen Erbes der Gesellschaft. Die Kunst selbst gehört allen. Deshalb werden Kunstwerke mit abgelaufenem Urheberrecht allen zur freien Verfügung gestellt und es wird bewusst dazu aufgefordert, damit zu experimentieren, sie zu verändern und zu benutzen. Nicht nur neu daraus entstehende so genannte Remix-Kunstwerke sollen geschaffen werden, man darf auch damit werben. Das ist freier Zugang so kompromisslos wie möglich. Trotzdem wird zum respektvollen Umgang mit den Werken aufgefordert und dazu, die Quelle anzugeben.

So entstand unter anderem auch die Ausstellung „Mix it up“, die in der Dauerausstellung des SMK gezeigt wurde. Ausgestellt wurden Bilder, die allesamt aus der Beschäftigung mit den historischen Werken entstanden sind. Konsequenterweise stehen auch sie mit CC-Lizenz (CC-BY-SA 4.0) zum Download zur Verfügung. So auch ein Bild des Remix-Werks der Keramikerin Bodil Manz, die August Strindbergs „Unwetter im Schärengarten“ für einen Briefbeschwerer aus durchscheinendem Porzellan verwendete.

Eine der treibenden Kräfte hinter dem Engagement des SMK ist die Kuratorin Merete Sanderhoff, die sich auch stark für die Europeana einsetzt. Unter ihrer Regie entstand bereits 2014 das Buch (und das Seminar) zum Thema, auf Englisch und Dänisch, unter dem Titel: Sharing is caring. Konsequenterweise steht die Anthologie zum kostenlosen Download auf der Website des Museums – und ist mit CC-Lizenz versehen.

SMK Open –Kunst für alle

Das war 2014. Heute unterhält das Museum beispielsweise WikiLabs, eine Art Club engagierter Menschen, die kunsthistorische Wikipedia-Artikel schreiben und verbessern. Bis 2020 hat sich das SMK im Projekt SMK Open zum Ziel gesetzt, weitere 40.000 Werke seiner Sammlungen, von denen nur 0,6 Prozent wirklich im Museum zu sehen sind, zu digitalisieren. – Über den Fortgang des Projekts informiert ein Projektblog, auch auf Englisch, wo z.B. Henrik Holm von der königlichen Abgusssammlung über eine der häufigsten Besucherfragen bloggt: die Penisgröße antiker Statuen.


Kommentare

Kunst fürs Volk #1: Die digitale Sammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen — 8 Kommentare

  1. Pingback: Zombie-Apokalypse, Museen unter der Gürtellinie und Black Metal Katzen - MusErMeKu

  2. Pingback: Staatliches Kunstmuseum in Kopenhagen online | digithek blog

  3. Danke schön, Marlene!

    Ich mag die ganze SMK Open Blogreihe https://medium.com/smk-open .

    2017 wird es zwei „Sharing is Caring“-Kongresse geben, einer in Aarhus (November) und einer in Hamburg! Dort wird am 20. April in Museum für Kunst und Gewerbe #sharecarex eröffnet: http://sharecare.nu/ .

    Zu dem Verhältniss von digitalen und ‚analogen‘ Museumsbesuchen gab es neuerdings auch lesenswerte Beiträge: https://medium.com/smk-open/pixels-atoms-and-curious-things-a-toast-to-the-virtuous-museum-circle-ca0b425a24e5 von Jonas Heide Smith und https://www.perlentaucher.de/essay/museen-und-digitalisierung-zukunftshoffnung-oder-selbstaufgabe.html von Professor Hubertus Kohle.

    Vielleicht sehen wir uns in Hamburg? Liebe Grüsse!

    Peter

    • Hallo Peter,
      danke für die sinnvolle Ergänzung zum Blogpost. Die Konferenzreihe hätte ich mal noch ausführlicher beschreiben können. Wo kann man denn für Hamburg Karten bestellen? Beim Museum für Kunst und Gewerbe? Ich denke, das werde ich mir nicht entgehen lassen. Und November in Aarhus könnte auch klappen.
      Der Blog ist super!
      Viele liebe Grüße,
      Marlene

Kommentar verfassen